Copy & Paste – Bildserie, Zweite Chance für Wand-Deko


Diese Bildserie entsteht auf dekorativem Kunstgewerbe: Landschaftsbildern auf Stickereien und alten Leinwänden, ursprünglich für den Alltagsgebrauch im Wohnzimmer gedacht. Ich kaufe die Vorlagen auf eBay nach einer strikten Regel: ausschließlich Kunstgewerbe, nur Landschaftsmotive und ein maximaler Anschaffungspreis von 20,12 € – und nur dann, wenn mich ein Motiv sofort anspricht, ein Dialog entsteht.


Der Preis von 20,12 € ist eine Hommage an Hobbymaler und das Jahr 2012, als die Rentnerin Cecilia Giménez beim Versuch, ein Jesus-Fresko zu restaurieren, unfreiwillig den ‚Monkey Christ‘ erschuf. Sie schrieb unfreiwillig globale Kunstgeschichte und befeuerte die Geburtsstunde der modernen Meme-Kultur.


In die idyllischen Szenerien füge ich Figuren und Gegenstände ein und erweitere sie um Neue Medien wie Video und Ton. Akteure tauchen in Landschaften auf, spielen Situationen nach, wechseln Zeit und Ort: Antike Geschichten treffen auf die Gegenwart, zeitgenössische Konflikte auf Naturromantik.


Mich interessiert, wie sich Wahrnehmung verändert, wenn Bekanntes leicht verschoben wird – ein Experiment mit Kontexten. Das Übermalen gefundener Bilder findet sich auch bei Künstlern wie Martin Kippenberger, Rachel Harrison oder Sigmar Polke, deren Humor und Sinn für Auseinandersetzung ich teile. Für mich ist das gefundene Bild jedoch nur ein Medium im Bildfindungsprozess.

Someone said you are a Nazi oil on Gobelin Picture 10 x 10 cm 2019

Bildserie Non Fictional Acts,  2011 - 2016
Öl auf Leinwand, Formate  40 bis 200 Centimeter



Diese Werkgruppe bildet einen Gegenpol zu meinen naturbezogenen, sachlichen Arbeiten.

Statt Beobachtung stehen hier gesellschaftliche Dekonstruktion, Setzung und Fragmentierung im Vordergrund. Die Arbeiten sind freier, experimenteller, abstrakt oder bewusst banal.


Fiktion verstehe ich dabei nicht als Gegensatz zur Wirklichkeit, sondern als Filter: als Möglichkeit, gesellschaftliche, kulturelle und persönliche Themen neu anzuordnen, miteinander zu verknüpfen und zu betrachten – als Methode der Erkenntnis.


Meine Werkzeuge sind Humor, Erzählung und Kontextualisierung, ebenso wie Bedeutung und Verschleierung.


„Jan Böttcher greift eine Form des narrativen Realismus auf, in der sich soziale Themen mit grotesken und fantastischen Elementen verbinden. Die Szenen erinnern an Rituale, in denen rätselhafte Objekte oder nichtmaterielle Erscheinungen in die moderne Realität eingefügt werden.“

— Marcel Fišer, 2016


„A confident and entertaining narrative, aware of its own exaggeration and ambiguity.“

— Pavel Vančát, 2013

Wetterstudie, 2015

Öl auf Karton 2019, 40 x 40 cm 



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Malerei, Öl auf Leinwand vor 2014:

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